Die alltäglichen Momente der Wahrheit

alt

Diese Studie ist nur auf Englisch verfügbar.

Seit fünf Jahren untersucht Bain & Company, wie und warum sich die berufliche Laufbahn von Frauen und Männern unterscheidet. Eines der aufschlussreichsten Ergebnisse der US-Recherche von 2014 über Geschlechterparität zeigt, dass eine signifikante Anzahl von Frauen eine prototypische Laufbahn verfolgt.

Bain befragte in den USA mehr als 1000 Männer und Frauen auf allen Karrierestufen speziell nach ihrem Interesse an einer Top-Management-Position in einem großen Unternehmen. Mit dem Ergebnis, dass 43 Prozent der Frauen während der ersten zwei Jahre ihres Berufslebens sehr wohl eine Position im Top-Management anstrebten – verglichen mit nur 34 Prozent der Männer zu jenem Zeitpunkt. Beide Geschlechter sind in dieser Phase gleichermaßen zuversichtlich, für den Aufstieg ins Top-Management die erforderlichen Fähigkeiten zu besitzen. Dieses impliziert, dass Frauen mit viel Engagement ins Berufsleben starten, da sie mit einer hoch qualifizierten Ausbildung die richtigen Werkzeuge mitbringen. Im Laufe der Zeit sinkt aber das Anspruchsniveau von Frauen um mehr als 60 Prozent, während das der Männer konstant bleibt. Unter erfahrenen Mitarbeitern streben immer noch ein Drittel der Männer eine Position an der Unternehmensspitze an, während nur noch 16 Prozent der Frauen das Gleiche wollen. Mit zunehmender Berufserfahrung sinkt die Zuversicht der Frauen weiter um die Hälfte, während die der Männer in etwa gleich bleibt.

Die Bain-Studie „Everyday moments of truth: Frontline managers are key to women's career aspirations“ hat untersucht, warum Frauen mit größerem Ehrgeiz als Männer ins Berufsleben eintreten, aber dann im Laufe der Karriere ihre großen Ambitionen aufgeben. Ein Schlüsselergebnis: Die Beratung und Unterstützung von Abteilungsleitern spielen eine kritische Rolle für Frauen bei ihrer Entscheidung, ob sie ins Top-Management aufsteigen wollen – oder nicht.