Wie können sich Markenunternehmen auf Veränderungen im europäischen Einzelhandel vorbereiten?

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Globale Konsumgüterunternehmen sind in den letzten zehn Jahren richtig in Fahrt gekommen. Angetrieben vom dynamischen Wachstum in den Entwicklungsmärkten, einem M&A-Boom und unablässiger Kostendisziplin hat sich die operative Marge der Branche im letzten Jahrzehnt stabil bei beeindruckenden 13 Prozent gehalten. So konnten sich Konsumgüterunternehmen einen immer größeren Anteil am weltweiten Profit Pool der Einzelhandels- und Konsumgüterbranche sichern.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Einzelhandelsunternehmen verlief im selben Zeitraum nicht derart beeindruckend. Sie mussten zusehen, wie ihr Profit-Pool-Anteil immer kleiner wurde und ihre Margen sanken. Ihre Wachstumsstrategien waren weit weniger wirksam als die der Konsumgüterproduzenten. Selbst die Top-Performer – vor allem die größten Einzelhändler – waren in den vergangenen zehn Jahren einem enormen Margendruck ausgesetzt. Heute steht der Einzelhandel an einem Scheideweg. Die Entwicklungen der kommenden Jahre werden nicht nur für Einzelhändler, sondern auch für Markenartikler erhebliche Auswirkungen haben.

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Die Zukunft des Einzelhandels lässt sich am besten an der Lebensmittelbranche in Europa verdeutlichen. Diese hat mit Herausforderungen zu kämpfen, denen auch andere Einzelhandelssektoren und Regionen ausgesetzt sind. Für die vorliegende Studie haben wir eine umfassende Marktdatenanalyse durchgeführt und unsere Erfahrungen aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Lebensmittel- und Konsumgüterunternehmen in ganz Europa festgehalten. Gemeinsam mit dem europäischen Markenverband (AIM) haben wir zudem 30 Spitzenführungskräfte wichtiger Konsumgüterunternehmen befragt, die Produkte an Lebensmittelhändler in Europa vertreiben.

Europas Lebensmittelhändler mussten sich in den letzten Jahren mit drei großen Trends auseinandersetzen: der Leistungsschwäche großflächiger Läden, der unaufhaltbaren Zunahme von Dauerniedrigpreisstrategien und der beschleunigten Entwicklung der digitalen Wirtschaft.